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Februartagebuch #24

Ich spaziere gerade durch die Stadt und habe kurz am Rhein vor dem Hyatt pausiert. Die Sonne versteckt sich leider hinter einer Wolkenfront, aber es ist warm genug, um ein paar Minuten sitzen zu bleiben. Heute ist Köln ziemlich leer. Die gestrige Schar an Menschen hat sich wohl ins Home Office oder Büro verkrümelt. Ich blicke auf den Dom, gleich werde ich am Hauptbahnhof nach einem Fahrradticket forschen, keiner ging ans Telefon.

 

Später. Eine neue Bank. Immer noch der Rhein. Ich sitze mittlerweile auf der anderen Seite des Flusses, am Rheinauhafen. Das Fahrradticket ist gekauft. Ich höre Podcast. Gleich laufe ich zur Südstadt und hole mir einen Kaffee. Vielleicht auch eine Zimtschnecke. Ich bin momentan eher in mich gekehrt und meine Schwester etwas überfordert damit. Jeden Tag befürchtet sie, ich hätte schlechte Laune, dabei geht es mir ganz gut. 

 

Wieder später. Ich sitze in einem Park in der Südstadt. Das Café mit den Zimtschnecken hat heute zu. Dafür habe ich mir für 5,60€ einen Kaffee und ein Stück Zitronenkuchen gekauft. Es wirkt gegenüber Wiener Verhältnisse sehr günstig. Dafür war der Kaffee auch nur eine 5 von 10. Den Kuchen muss ich noch probieren. Ich habe kurz mit Papa telefoniert. Es war kurz rührselig, als er von dem Buch sprach, dass ich ihm ausgeliehen habe. Es zeige nur, wie wichtig Kommunikation ist, auch wenn man glaubt, jemanden beschützen zu wollen. Wie schwierig Kommunikation auch sei, obwohl man nur die besten Absichten hat, sagte Papa. Davon kannst du ein Lied singen, nicht wahr?, sagte ich. Er musste lachen, ja das stimmt. Ich neige hingegen trotzdem dazu, Dinge mit mir selbst auszumachen.

 

 

Das letzte Mal später. Ich sitze auf den Pollerwiesen. Kurz war ich zu Hause, um aufs Klo zu gehen. Seit vier Stunden war ich unterwegs und der Kaffee durchgelaufen. Jetzt habe ich mich nochmal zwischen den Müll der Menschen gestern gesetzt und ein paar Seiten im Buch gelesen und endlich den Zitronenkuchen gegessen, der wiederum schon eine solide 8,5 von 10 war. Das Buch habe ich fast fertig gelesen, es fehlt nur noch ein Kapitel. Ich hoffe, es hilft mir, im neuen Semester die richtigen Fragen in den Stadtforschungskursen formulieren zu können. Schon vorher bin ich sehr bewusst durch Städte flaniert, doch es hat meinen Blick auf Stadt und mein Verhalten und Wohnen in der Stadt bereits nachhaltig verändert.

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