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Februartagebuch #14

Mir wurde heute bewusst, dass ich vor allem dann am liebsten schreibe, wenn mich mein Umfeld inspiriert. Nun, das mag vielleicht nicht neu erscheinen, so schreibe ich doch schon immer besonders gerne im Café. Ich kann nicht behaupten, meine Fantasie käme ausschließlich von innen heraus. Mich fasziniert besonders, was ich sehe. Wenn ich im Café sitze, beobachte ich Menschen. Menschengruppen, wie sie interagieren, Sologänger, was sie wohl allein ins Café verschlagen haben könnte. Besonders den Sologängern fühle ich mich automatisch verbunden. Das hier artet schnell in eine weitere Ode an den Cafébesuch aus, dabei wollte ich darüber schreiben, was mich überhaupt zum Schreiben führt.

 

Meine Erzählungen sind oft Verarbeitungen meiner inneren Welt. Ein bisschen Therapie. Doch begründen sich viele meiner Texte auf Alltagsbeobachtungen. Ich weiß nicht, ob sich mein Inneres im Außen widerspiegelt oder das Außen in meinem Inneren. Schreiben hilft mir in jedem Fall, beides zu verbinden, wo ich mich früher so oft außen vor fühlte. Das Schreiben, und später auch das Teilen meiner Texte in diesen offenen Raum, ist meine Brücke geworden.

 

So spannend ich das Februartagebuch finde, merke ich, dass mir das Papier meines Tagebuchs fehlte, weshalb ich mir heute zwei neue Tagebücher kaufte. Das Blog-Projekt kann mein analoges Buch nicht ersetzen. Es handelt sich um zwei doch unterschiedliche Ausdrucksformen. Das Ziel meiner öffentlichen Texte bleibt immer ein anderes als meine Tagebucheinträge. Diese Erkenntnis stimmt mich zufrieden, weil es mir bei meinen öffentlichen Texten um mehr zu gehen scheint, als ich manchmal selbst vermute. Das Blog-Projekt zeigt mir ebenfalls erneut, wie schnell man an seinem eigenen Schreiben zweifeln kann und dann trotzdem durchzuziehen. Deshalb war es mir wichtig, den Prozess des Projekts zu priorisieren, nicht das Ergebnis.

 

Es ist ermüdend, jeden Tag schreiben zu müssen, das kann ich nicht leugnen. Manchmal will ich einfach einen Tag überspringen. Gleichzeitig wertschätze ich die Disziplin zum Schreiben, die damit einhergeht. Ob man etwas wichtiges zu sagen hat oder nicht, die Abendseiten dienen zum Weitermachen. 

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