· 

Warum ich dankbar bin, dass Corona meinen Urlaub gestrichen hat

 Es läuft nun wirklich nichts nach Plan momentan. Das ganze Jahr war zeitlich sehr gut kalkuliert, ich wusste, wann ich wo sein wollte. Ich habe meine Bachelorarbeit extra früher abgegeben, damit ich ohne Zweifel im April in den Urlaub fliegen konnte. Einen Monat wollte ich unterwegs und danach pünktlich zurück sein, um drei Monate Praktikum zu machen, bevor es im Herbst mit dem Studium weitergeht. Alles geplant. Und dann kam Corona. Wochenlang habe ich naiv darauf gehofft, dass es mir nicht den Urlaub nimmt, bis ich mir selbst nichts mehr vormachen konnte. Keine Chance. Und schließlich kamen Wochen des Missmuts. Jeden Tag musste ich daran denken, wo ich gerade sein könnte und was ich wohl gerade erleben würde. Noch am Tag meines eigentlichen Rückflugs hat die verpasste Erfahrung meine Laune getrübt.

 

Und nun hatte mir Corona nicht nur den Urlaub genommen, auch der Plan vom Praktikum schien vergebens. Für diverse Wochen vertröstet – man müsse erst Mal die Coronakrise beobachten – saß ich da und wartete darauf, dass sich die Dinge von allein lösen. Doch langsam begann ich auch das Glück des gescheiterten Urlaubs zu begreifen. Nur dadurch war ich in der Lage, gelassen auf die nächsten Monate zu schauen. All das Geld, dass ich für die Reise gespart hatte, war nun zu meiner Sicherheit geworden. Gut, wäre ich in den Urlaub geflogen, dann weil es keine Coronakrise gäbe. Und ohne Coronakrise hätte es womöglich keine Probleme mit dem Praktikum gegeben, sodass meine finanzielle Lage deutlich entspannter gewesen wäre. Dennoch bereicherte mich die Erfahrung um ein besseres Verständnis für finanzielle Sicherheit. Es hat mich dazu veranlasst, mich noch mehr mit Finanzen auseinanderzusetzen. Fragen wie: Wie viel Geld sollte man auf der hohen Kante haben? Wie ist überhaupt mein persönliches Verhältnis zu Geld und wie beeinflusst das meinen Umgang damit? Wie viel Geld brauche und will ich wirklich zum Leben?

 

Es passiert so schnell, dass man die Augen vor dem Thema Finanzen verschließt. Für viele ein unsexy Thema und gefühlt viel zu sperrig. Aber gerade als Frau will ich hervorheben, wie wichtig es ist, seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Es gibt einem mehr Selbstbewusstsein und sowieso mehr Unabhängigkeit, wenn man sich selbst darum kümmert. Man hat alles im Blick und fühlt sich so ermächtigter. Und so schwer, wie es sich anhört ist es wirklich nicht – versprochen. Und mein neues Ziel? Erst wieder den großen Urlaub planen, wenn ich danach immer noch genug Notgroschen habe, eine Weile ohne Job auszukommen.


Möglichkeiten um anzufangen sind diverse Podcasts, Bücher und wenn man mag auch Seminare, sofern man wirklich zum Pro seiner Finanzen werden will. Ich habe zum Beispiel in den Podcast von Madame Moneypenny reingehört und mir dann ihr Buch von meiner Schwester ausgeliehen. Beides ein guter Grundstein, um sein Mindset zu ändern.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0