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Konsum, Konsum, Konsum!

 In mir zieht sich oft alles zusammen, wenn ich an Konsum denke. Schleichend hat sich eine Abneigung gegen das gesamte Konzept des Konsums gebildet. Jedoch ist das vollkommener Irrsinn. Konsum ist unumgänglich. Auch ich konsumiere unentwegt. Und wenn ich hier von Konsum spreche, spreche ich ausschließlich vom Prozess des Geldausgebens für ein Produkt oder eine Dienstleistung.

 

 

Wir konsumieren gezwungenermaßen fast jeden Tag. Wir kaufen Lebensmittel, wir verabreden uns mit Freunden auf einen Kaffee oder im Kino. Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft, in der fast jeder Tag das Geldausgeben erfordert, um zumindest zu überleben. Selbst wenn man nicht dem Kaufwahn verfallen ist, braucht es hin und wieder auch neue Kleidung, Hygieneartikel und für die meisten auch Freizeitgestaltung. Klar kann man sich diese Dinge sicher auch irgendwie kostenfrei beschaffen, aber das ist nur für sehr wenige Menschen die Wahrheit.

 

Ich sehe mir tagtäglich Menschen auf Instagram an, die mir zeigen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Das tue ich, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich gucke mir das gerne an, doch selbst neue Produkte zu zeigen fällt mir manchmal schwer. Ich bin sehr konsumkritisch geworden, schäme mich fast bei so manchem Kauf, wenn ich zum Beispiel mal wieder etwas gekauft habe, weil ich es einfach schön fand. Der Großteil meines Konsums ist schon sehr achtsam. Ich achte auf die Produktionsweise und meistens auch auf die Notwendigkeit. Doch notwendig ist vieles per Definition gewiss nicht. Würde ich das jedoch gar nicht berücksichtigen, würde ich sicherlich weitaus mehr konsumieren als mittlerweile der Fall ist. Mein Anspruch an Nachhaltigkeit und meine Liebe für schöne neue Dinge stehen sich häufig im Weg. Das Gefühl, etwas schönes Neues am Körper zu tragen ist bekanntermaßen für viele ein Ego Booster. Es macht bis zu einem gewissen Grad glücklicher und hilft dem Selbstbewusstsein. Für mich kann es dann auch ein Second Hand Teil sein. Hauptsache, es löst ein neues Gefühl in mir aus. Ist der Konsum also per se schlecht?

 

Nun ist Instagram voll von eben jenen Influencer:innen, die unnachhaltige Produkte bewerben und teilen. Skrupellos und unbedacht. Und ich, ich schäme mich trotz meines sehr nachhaltigen Konsums dafür, zu viel davon in die Kamera zu halten und räume damit dem, wogegen ich eigentlich ankämpfen will, zu viel Raum ein. Aber nur, wenn genug Menschen für achtsamen und nachhaltigen Konsum werben, kann in einer kapitalistischen Gesellschaft ein relativer Wandel stattfinden. Deswegen sollte ich doch eigentlich begeistert jede bewusste und nachhaltige Konsumentscheidung mit der Welt teilen, oder nicht? Wenn ich zu einer Veränderung beitragen will, muss ich die Veränderung sein und zeigen. Und das Bestreben nach achtsamem Konsum lässt sich ohne Zweifel mit meiner Vorliebe für schöne Dinge vereinen. Also hinfort mit den Selbstzweifeln und Platz für die schönen Dinge! 

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