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Up and Above - Australien in der Retrospektive

Pt. 1

Ich habe Bon Iver auf den Ohren. Denn der gehört für mich zu dem, was ich hiermit anfangen will. Eine neue Reihe an Texten, die wohl mehr mich therapieren sollen, als dass sie der Öffentlichkeit groß dienlich wären. Ich bin in meinem Kopf so viel in der Vergangenheit, dass Sehnsüchte entstanden sind, die selbst mir unerklärlich sind. Ich romantisiere Momente und Phasen, die so lange in meinem Kopf nur Negatives auslösten. Ich erinnere so leicht an die schmerzlichen Dinge, während die Guten über den Beckenrand meines Erinnerungspools schwappen.

 

Worüber ich hier schreibe sind zwei Jahre meines Lebens, die nur wenige Menschen mit gelebt haben. Zwei Jahre, die mir selbst mit jedem Jahr ferner und surrealer scheinen. Entgegen jeder Erwartung, mit der mir Menschen begegnen, erzähle ich von einem Leben in Australien, dass sich mir eigentlich lange wie die zwei schwierigsten Jahre meines Lebens eingeprägt haben. Und das waren sie wohl auch, aber ich vermag hier von den guten Momenten zu erzählen. Jenen, die diese Sehnsucht schüren. Die mich zum Träumen bringen, endlich wieder in ein Flugzeug Richtung dieser großen Insel zu steigen. Denn nach all dem Groll, den ich hegte, ist nun so viel Heilung passiert, dass sich vor allem die schönen Dinge offenbaren.

 

Ich war 16 Jahre alt, als ich 2012 mit meiner Familie auf diesen noch immer gehypten Kontinent gezogen bin. Während andere dort ein Abenteuer von Work and Travel lebten, sollte ich meine letzten zwei Jahre Schule dort abschließen. Nachdem wir über Silvester 2011/12 nach Sydney geflogen waren, um zu sehen, wo wir vielleicht leben würden, entschied unsere Familie einstimmig, diesen großen Schritt im kommenden Sommer zu wagen. Und darüber will ich schreiben. Vor allem über die Erinnerungen, die in mir das wohlig warme Gefühl auslösen, dass ich lange missen sollte.

 

Also tauchen wir mal ein in den Wahnsinn.

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