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Fragil

 

Während es mir schwer fällt, mich nur 30 Sekunden auf Texte zu Kulturmarketing oder Black Culture zu konzentrieren – nicht nur die Buchstaben zu überfliegen, sondern tatsächlich zu sehen und zu verstehen, was dort steht – gehen mir tausend andere Dinge durch den Kopf. So sitze ich hier mit Menstruationskrämpfen und einer Wärmflasche auf dem Bauch und ärgere mich über den so fragilen Körper, dem wir innewohnen. Wie soll man in einer Leistungsgesellschaft überleben, wenn einen alle paar Wochen die Krämpfe überkommen? Wenn man an chronischen Krankheiten leidet? Depression?

 

Ich sitze hier als Studentin, habe theoretisch alle Freiheiten der Welt. Ich kann Vorlesungen besuchen oder halt nicht. Ich kann selbst entscheiden, wann ich arbeiten will. An Tagen wie heute kann ich einfach mal zu Hause bleiben und mich in meinen Schmerzen suhlen. Theoretisch ganz ohne Konsequenzen, ohne mich dafür schlecht fühlen zu müssen. Und trotzdem lässt mich der Ärger nicht los, wie gelähmt zu sein. Je mehr ich darauf poche, arbeiten zu wollen, desto blockierter bin ich. Ich starre minutenlang in die leere Luft, weiß danach gar nicht mehr, wo meine Gedanken waren. Der Körper und Geist sind so fragil. 

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