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„Home is where the heart is but my heart is wild and free“ - im Interview mit Laura

 

Als ich Laura (23) an der Uni kennen lernte, war ich schnell gefangen von ihrer Bestimmtheit und von ihrem unübersehbaren Selbstbewusstsein. Sie ist eine Macherin, immer auf der Suche nach dem nächsten Projekt. Ich habe noch nie erlebt, dass ihre Gedanken nicht um die ganz großen Fragen kreisten. Politik ist ihre große Passion und mit ihr besonders die Nachhaltigkeit, die sie tagtäglich antreibt, weiter zu machen. Die Welt will sie verbessern, sagt sie mir in unserem Interview.

 

Geboren in München, zog es Laura nach der Schule erst mal für ein Praktikum nach Berlin und dann nach Lüneburg, wo sie sich in ihrem Studium Individuale vor allem den Politikwissenschaften und der Literatur widmete. Als ich sie frage, was sie im Leben neben der Nachhaltigkeit noch antreibt, nennt sie mir den Kampf gegen den Rechtsextremismus, dass man „dafür sorgen muss, dass wir eine freie Gesellschaft haben, die verteidigt werden muss - gegen Populisten, gegen rechte Kräfte generell.“ Sie setze sich ein für den Erhalt der Demokratie und ihre Grundwerte. Fertig mit dem Bachelor, zieht es Laura dieses Jahr schließlich nach Kiel, wo sie im Master weiterhin den Politikwissenschaften und der deutschen Sprache nachgeht. Auch wenn sie das Heimweh nach Vertrauten plagt, ließe sie sich niemals die Möglichkeit nehmen, immer wieder neue Städte zu entdecken und sie sich anzueignen. Diese Neugier und den Mut, sich doch immer wieder in neue Städte zu wagen, habe sie wohl von ihrer Mutter geerbt. „Meine Mutter ist mein größtes Vorbild“, antwortet sie auf meine Frage, wer sie im Leben am meisten präge. „Meine Mutter ist der coolste Mensch der Welt. Meine Mutter ist selbstständig und hat uns zu den Menschen gemacht, die wir sind. [Sie hat] zwei Kinder groß gezogen, den Haushalt gerockt und ich bin ihr so unendlich dankbar dafür […].“ Ihre Mutter ist direkt nach ihrem Schulabschluss nach Paris gereist, um dort als Au Pair zu arbeiten, hat dann in Heidelberg studiert und später auch noch als Reiseleiterin auf Ibiza gearbeitet, bevor es sie schlussendlich nach München trieb, wo sie einmal Laura und ihre Schwester großziehen sollte. Dass es Laura also immer wieder in fremde Orte zieht ist nicht verwunderlich.

 

Auch in der Öffentlichkeit stehende Frauen inspirieren Laura mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement. So erwähnt sie Maria Furtwängler, bekannt unter anderem aus dem Tatort, die gemeinsam mit ihrer Tochter die MaLisa Stiftung gründete, die sich zum Ziel die „Überwindung von geschlechtsspezifischen Formen der Diskrimierung in Deutschland“ macht. Vor allem, dass Maria Furtwängler ihre Stellung als öffentliche Person nutzt, um gegen die vorherrschende Ungerechtigkeit zu kämpfen, beeindrucke Laura sehr.

Ich lernte Laura als selbstbewusste Frau kennen und auch zahlreiche Gespräche mit ihr bestätigten mir dieses Bild von ihr. Sie selbst sieht ihre größten Stärken unter anderem in ihrer Diskutierfreudigkeit und auch in ihrer schnellen Auffassungsgabe. Später ergänzt sie auch ihre Neugier als eine ihrer Stärken, was auch ich immer wieder erleben darf. Nicht nur zeigt sie großes Interesse für die vielfältigsten Themen, auch Menschen wecken ihre Neugier. So macht sie keine Anstalten andere mit Fragen zu löchern und macht keinen Halt davor, immer tiefer zu graben, um den Menschen besser kennenzulernen. In ihrer Neugier auf die Welt sieht Laura die Chance, kontinuierlich zu lernen, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

 

Als ich sie konkreter zu Geschlechterthemen befrage, interessiert mich vor allem ihr Bild von „der Frau“. Ihrer Meinung nach sind viele weibliche Attribute lediglich von der Gesellschaft antrainiert und somit ist „die Frau“ für Laura vor allem ein gesellschaftliches Konstrukt. So wie das Weibliche ein Konstrukt ist, so sei auch Männlichkeit auf der anderen Seite konstruiert. Was genau vor allem weibliche Attribute wären, vermag Laura gar nicht zu benennen, „weil es bei jeder Frau was anderes bedeutet und bei jeder Frau was anderes ist“. Für sie ist es eine Wunschvorstellung für die Zukunft, dass Frauen die gleichen Möglichkeiten haben wie Männer, dass sie irgendwann gleich behandelt werden.

 

Laura sieht sich selbst klar als Feministin und bedauert den schlechten Ruf dieses Begriffes. Für sie bedeutet der Feminismus, dass sie sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzt, „dass ich das auch nach außen hin verteidige, warum ich das mache, auch wenn andere Leute anderer Meinung sind, dass ich auch in Hausarbeiten nicht eine Fußnote mache, dass die weibliche Form mit gemeint ist, sondern dass ich es durchziehe oder wenn dann schreibe, die männliche Form ist mit gemeint.“ Sie ist der Meinung, dass besonders die eigenen Alltagshandlungen zur Gleichberechtigung beitragen können. Für die Zukunft der Gesellschaft wünscht sich Laura vor allem eine „rundum nachhaltige Gesellschaft. Auf allen Gebieten.“


Hier kannst du mehr über die malisa Stiftung erfahren.

 

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