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Jahresrückblick 2018 - Was will ich mal werden?

 

Mein Sommer 2018 war schön. In drei Monaten Semesterferien passiert immer viel, man ist viel unterwegs und hat Zeit für Projekte und kann natürlich auch sehr oft die Seele baumeln lassen. Mein Sommer war jedoch auch geprägt von Zukunftssorgen, die mich, wenn ich ehrlich bin, noch immer verfolgen. Bei diesen Sorgen handelt es sich vor allem um meinen beruflicher Werdegang. Dieses Jahr haben sich nämlich mal wieder all meine beruflichen Ziele verändert. Was sich lange Zeit anfühlte wie die absolute Planlosigkeit, entpuppt sich langsam aber sicher als bloße Angst, meinen tatsächlichen Zielen nachzugehen.

Bis zum Anfang dieses Jahres hatte ich recht konkrete Vorstellungen, wie es für mich nach dem Bachelorstudium weiter gehen soll. Ich wusste grob, welchen Master ich machen will und welche berufliche Richtung ich einschlagen würde. Mit den ersten Fotoprojekten dieses Jahr sollte ich all diese Pläne wieder in Frage stellen. Ich hatte die Schule mit der Idee abgeschlossen, zu fotografieren und zu schreiben. Ich wusste noch nicht worüber ich schreiben will, ich wusste nur, dass ich berichten wollte, berichten über wichtige Themen. Doch zuallererst wollte ich das Fotografieren lernen und begann also ein Praktikum und später das erste Jahr Ausbildung in der Fotografie. Unterfordert und aus diversen Gründen demotiviert brach ich die Ausbildung ab. Mir wurde weiß gemacht, dass ich es mit der Fotografie nicht weit bringen würde (auch, weil ich eine Frau bin) und so verließ mich aufgrund mangelnden Muts der Wunsch Fotografin zu sein. Man könnte meinen, ich ärgere mich im Nachhinein, dass ich meinem Umfeld so viel Macht zugesprochen habe, mich so zu beeinflussen  und mir meine Fähigkeiten absprechen zu lassen, aber das Leben verläuft nun mal nie linear. Man erlebt Rückschläge, lässt sich leider manchmal Dinge einreden, die sich im Endeffekt als völlig falsch erweisen. Nun bin ich mit einem anderen Bewusstsein und neuer Überzeugung zur Fotografie zurückgekommen und stehe selbstbewusst zu meiner Arbeit und bekomme auch die positive Resonanz, die mich weiter antreibt.

Auch wenn die nachhaltigen Themen in den letzten Monaten zu kurz kamen, sind das weiterhin zentrale Punkte, die ich in meiner Arbeit weiterverfolgen will. Denn mir liegt die Nachhaltigkeit nach wie vor sehr am Herzen und ich will mich mittels Aufklärungsarbeit für eine nachhaltige Welt und Gesellschaft einsetzen. Zu kurz kamen diese Themen aufgrund von Geschlechterfragen, die mich die letzten Monate besonders beschäftigt haben und für die ich auch mehr Aufklärungsarbeit leisten will. Feminismus ist hierbei durchaus ein wichtiger Begriff und, wie bereits im vorhergehenden Artikel erläutert, was das für mich mittlerweile alles beinhaltet. Mit diesen zwei ziemlich großen Schwerpunkten will ich mich nun intensiver auseinandersetzen und schauen wohin mich der Weg führt.

Schon seit Monaten waren diese Wünsche ganz konkret – zurück zur Fotografie zu finden und in irgendeiner Form über diese gesellschaftlich relevanten Themen zu schreiben und sie nach außen zu kommunizieren. Aufgewachsen in einer Familie, in der Sicherheit, besonders in finanzieller Hinsicht, immer gegeben war, da man beruflich nicht groß herum experimentierte und falls doch, das nicht besonders erfolgreich endete, schlummert in mir immer die Angst, beruflich zu viel Ungewissheit zuzulassen. Und genau diese Angst gilt es jetzt abzulegen, denn ich weiß um meine Fähigkeiten und mein Potential und werde es niemals gänzlich ausschöpfen können, wenn ich die Angst um die Konsequenzen beibehalte. Ich weiß, dass ich niemals die Sorge haben muss, keinen Job zu finden und deshalb werde ich es jetzt wagen.

 

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