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Ein Jahr - ein Versprechen

 

Das hier ist kein rührseliger Text, in dem ich mein komplettes Jahr nochmal revue passieren lasse. Jedoch ist es ein Text über meine bucket list 2017. Genauer über ein ganz bestimmtes Versprechen, dass ich mir selbst geben sollte: ein Jahr lang keinen Alkohol zu trinken.

 

Für viele mag das ein viel größeres Vorhaben darstellen als es für mich tatsächlich war. Ich war nie Vieltrinkerin, hatte nur einmal in meinem Leben einen Filmriss und das auch ziemlich spät, verglichen mit meinem Umfeld, und ehrlich gesagt auch ziemlich ungerne. Somit war dieser Vorsatz auch kaum der Rede wert und auch kaum eine Veränderung für meinen Alltag. Dennoch wollte ich mich ein Jahr bewusst dagegen entscheiden. Wissen, dass ich, egal auf welche Veranstaltungen es mich verschlägt, immer nüchtern zu Hause sein werde. Wissen, dass ich mich meinen sozialen Ängsten, besonders auf Großveranstaltungen, stellen muss und nicht nur der Alkohol mich geselliger macht. Seit ich alleine wohne, habe ich keine zweimal bei mir zu Hause getrunken. Das erschien mir noch nie sinnvoll – weder alleine noch zu mehreren. Dass Leute sich bei Konzerten betrinken war mir immer ein Rätsel (man verpasst doch die gute Musik) und wie Menschen über Alkohol fachsimpeln konnten war mir ebenso fremd. Bis heute kann ich kaum eine Handvoll Namen nennen. Ich will nicht lügen, ich stand das ein oder andere Mal in diesem Jahr doch vor der Frage, ob ich nicht doch ein Gläschen mittrinke. Besonders in diesem Monat war ich fast bereit, das Versprechen in Glühwein zu ertränken. Doch wie der Zufall es wollte, kam es nicht dazu und so kann ich, mit gutem Gefühl, das Versprechen ablegen.

 

Ich bin absolut keine Gegnerin des Alkohols. Auch werde ich sicherlich nicht gänzlich auf ihn verzichten. Aber ich bin mir nach diesem Jahr noch bewusster geworden, wie unwichtig der Rausch für mich ist. Gewiss, er macht Spaß (wenn man nicht die Nüchterne ist) und hat so manch einem die besten Erinnerungen verschafft, aber dem großen Wirbel um das gute Zeug kann ich mich nach wie vor nicht anschließen.

 

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