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Die liebe Nachhaltigkeit.

Als ich vor über zwei Jahren dann ganz offiziell und bedingungslos zur Veganerin mutierte, eröffnete sich zunächst eine ganz neue und fabelhafte Welt für mich. Ich folgte diversen inspirierenden Menschen auf Instagram und tastete mich weniger langsam als schnell durch die vielen Alternativen des veganen Lebens. Es fiel mir nicht schwer, dem Lebensstil ohne Rückfälle treu zu bleiben. Nach wie vor erscheint es mir als völlig selbstverständlich, dass für mich kein Lebewesen sterben muss. So sehr ich hinter dieser Bewegung stehe, so hatte ich dennoch nie wirklich das Gefühl, es wäre mir eine Aufgabe, den Veganismus in die Welt zu tragen.

 

Doch was ich mir zur Aufgabe gemacht habe, mit der Idee des Veganismus nah verwandt, ist die nachhaltige Entwicklung (NE) und die Idee, diesem Planeten doch noch ein paar Jahre mehr zu schenken. Auch ich verbrauche immer noch viel zu viel Plastik, fahre mit dem Auto durch die Gegend und kann mir noch lange nicht ausschließlich fair gehandelte Produkte leisten. Aber jeden Tag lerne ich mehr über die Nachhaltigkeit und meine Möglichkeiten, der Erde und den Menschen auf ihr ein besseres Leben zu schenken. Das erfordert natürlich eine Menge Empathie. Sich dafür zu interessieren, wie es den Kaffeebauer/-innen in Südamerika geht, den Näher/-innen in Bangladesch oder auch der Natur. Doch lasst mich Euch eins sagen: das Glücksgefühl nach einer guten Tat hält länger an als das Glücksgefühl nach der nächsten Shoppingtour.

 

Doch die NE reduziert sich nicht nur auf den Konsum. Das ist nur ein Aspekt von vielen, der in der Nachhaltigkeit zum Tragen kommt. In der NE geht es auch um die soziale sowie ökonomische Nachhaltigkeit. Wie können Menschen, Gemeinden und Länder ihr kulturelles Erbe erhalten? Was für Auswirkungen hat der Tourismus beispielsweise auf die Zielorte und ihre Bevölkerung? Wie können nachhaltig Arbeitsplätze bestehen und Menschen aus der Armut gerettet werden, ohne ihnen ihre Kultur zu nehmen? Ihr seht, hier gibt es reichliche Baustellen und man weiß manchmal gar nicht wo man anfangen soll, geschweige denn, wie ICH da wirklich was zu beitragen kann. Aber unterschätzt Euren Einfluss nicht. Es muss sich nur einer entscheiden, sich der nachhaltigen Entwicklung anzuschließen und dann wir sind schon zu zweit. Das sind dann schon zwei mehr als vorher. Und da draußen gibt es schon fantastisch viele Leute mit einem Herz für die Menschen und den Planeten. Dein Beitrag ist also keine verschenkte Zeit und nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wichtig ist, dass diese Bewegung weiter wächst. Das immer mehr Menschen sich engagieren. Das muss nicht unbedingt aktiv im Umfeld geschehen. Manchmal reicht es auch schon, in seiner eigenen Küche anzufangen, Einweg-Kaffeebecher zu meiden oder mehr Blumen für die Bienen auf den Balkon zu stellen. Oft machen die kleinen Dinge schon den Unterschied. Und wer hat es nicht gerne farbenfroh auf seinem Balkon?

 

Letztendlich geht es hier nicht darum, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu ignorieren. Das mag für den ein oder anderen den Anschein haben. Ihr werdet sehen, dass ein nachhaltiger Lebensstil viele neue Glücksgefühle birgt und, dass man oft auch gar nicht verzichten muss, sondern lediglich bessere Alternativen findet. Es geht auch viel darum, aus seiner eigenen Blase zu kommen und wieder ein Gefühl für das Gemeinsame zu bekommen. Zu lernen und zu erkennen, was für Auswirkungen Dein Kaffee- oder T-Shirt-Kauf hat. Das auch hier hinter Menschen stehen, die jeden Tag für viel zu wenig Geld und unter inhumanen Bedingungen arbeiten. Und ob du nun Naturmensch oder Stadtmensch bist, beides kann nur dank der Umwelt bestehen. Und die Umwelt kann nur mit Deiner Hilfe bestehen.

 

Ich schneide hier viele Themen nur kurz an, aber wer mag, kann mir für konkretere Themen einfach Bescheid geben. Dann kann ich das beim nächsten Mal vertiefen.

 

 

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