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Großstadtklein.

Jetzt bin ich wieder seit einer Woche zu Hause, nachdem ich ein paar Tage im Großstadtgewusel gelandet war – Köln.

 

Bevor es mich letztes Jahr zum Studieren ins Ländliche zog, habe ich selbst zwei Jahre in Köln gelebt und Mitten in der Stadt gearbeitet. Der Lärmpegel, die Menschenmasse… ist mir eigentlich alles sehr vertraut. Doch ich war froh, hierher zu ziehen. Die Ruhe, der weite Blick und die wenigen Menschen bringen mein Inneres zur Ruhe, das ohnehin schon immer zum Stress tendiert.

 

Köln ist eine wundervolle Stadt. Manch einer mag mir hier nicht zustimmen, aber Köln ist dennoch gewiss auch nicht die schönste Stadt. Doch all ihr Charme und ihre Bewohner machen das locker zu einer Nebensache. Ich habe kaum eine Stadt so offen und so verrückt kennen gelernt. Sie ist wie die verrückte Tante, die man sich wünscht. Unberechenbar, schräg und für jeden Spaß zu haben. Man muss keine Angst haben vor gähnender Stille, man geht nur einmal um die Ecke und schon passiert was neues Aufregendes. Doch die Stadt macht mich auch müde. Dies wird nicht alle betreffen, denn meine Kapazitäten sind schneller verbraucht als bei anderen. Lautstärke, Menschen und Gewusel machen mich schnell müde, schlapp und ungemütlich.

Vor allem nach den paar Monaten, die ich mittlerweile im Ländlichen wohne, merke ich deutlich den Unterschied im Einfluss, den die Städte auf mich nehmen. Lüneburg und der Vorort, in dem ich wohne, geben mir ein viel ruhigeres Gemüt als die Großstadt. Ich habe das Gefühl, hier besser atmen zu können und endlich angekommen zu sein. Ich fühlte mich bisher nirgends so zu Hause wie hier. Und dennoch spiele ich mit dem Gedanken, irgendwann zurück nach Köln zu kommen. So sehr ich Lüneburg ins Herz geschlossen habe, Köln wird dennoch immer mehr Heimat, je länger ich weg bin. Ich entwickle eine ganz neue Bindung zu meiner Familie, die ich bisher noch nicht gespürt habe. Ich sehe auch mehr und interessantere beruflichen Perspektiven in der Stadtentwicklung in Köln. Noch viele andere Dinge, wie Nachhaltigkeitsaspekte, bewegen mich zu diesen Gedanken.

 

 

Doch kann ich mir mich selbst nicht mehr wirklich in der Großstadt vorstellen. Ich bräuchte einen Ort, an dem ich trotz Großstadtdschungel genug Grün in begehbarer Reichweite habe und jederzeit die Möglichkeit habe, mich wirklich in Ruhe zurück zu ziehen. Mit diesen Voraussetzungen werde ich jetzt fast schon enthusiastisch über den Gedanken, zurück zu kommen. 

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